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Thesen - Tagung - Training

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Die Delegiertenversammlung der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland e.V. fordert die Umsetzung der 57 Thesen der Frauenhilfe

57 Thesen der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland fordern eine frauengerechte Kirche

In 57 Thesen haben die Besucherinnen des Frauen-Reformationsfests ihre Forderungen an die Kirche formuliert. Frauen leisten 70% der ehrenamtlichen Arbeit in der Kirche, sind aber nur mit 36% in der Synode vertreten. Die Thesen machen deutlich, dass Frauen in ihrer Kirche mehr Mitsprache fordern, sowie eine transparentere Kommunikation und mehr Gestaltungsfreiräume. Sie fordern mehr Unterstützung durch die Hauptamtlichen und eine intensive Zusammenarbeit mit allen Ehrenamtlichen auf Augenhöhe. Für eine frauengerechte Zukunft unserer Kirche fordern die Frauen eine paritätische Besetzung der Gremien in allen Leitungsebenen und die dazu notwendigen Strukturänderungen. Nach dem konsequenten Abbau fast aller frauenfördernden Einrichtungen in der rheinischen Kirche (Frauenreferat, Frauenbeauftragte) und der  ständigen Kürzung von Mitteln für den Bereich der Frauenarbeit, sind die Folgen jetzt offensichtlich. 30 Jahre Frauenarbeit  genügen nicht, jahrhundertealte Gesellschaftsnormen nachhaltig zu ändern. Die Frauen fordern, dass sie wieder einen Sitz in der Landessynode bekommen und dass die Frauenarbeit vor Ort gestärkt wird – auch finanziell. Genauso wichtig ist die Forderung nach Anerkennung und fairer Entlohnung der sogenannten Care-Berufe, die in der Diakonie zu 80% von Frauen geleistet wird. Die Frauen der Reformation, deren historisches Erbe in der Reformations-dekade gehoben wurde, zeigen den Weg deutlich: Frauen sollen zu ihrem Glauben stehen und ihn mutig und bewusst leben!

Delegiertenversammlung fordert am 21.10. die Umsetzung der 57 Thesen

Die Delegierten haben am Samstag die 57 Thesen der Frauenhilfe diskutiert und gewichtet. Sie fordern, dass Frauenthemen in Kirche und Gesellschaft mehr Beachtung finden müssen. Die Thesen machen deutlich, dass es viel zu tun gibt und dass die Kirche sich immer wieder selbstkritisch reflektieren muss.

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

Ein weiteres Thema der Delegiertenversammlung war der Umgang mit Stammtischparolen. Wo begegnen sie uns und welche Funktion haben sie? Jürgen Schlicher (Diversity Works, Duisburg) und Professorin Dr. Heidi Mescher (FHÖV NRW, Köln) sensibilisierten die Delegierten in eindrücklicher Weise für diese Fragen und entwickelten mit ihnen Argumentationsstrategien, um Stammtischparolen zu begegnen. Da unterschiedliche Situationen unterschiedliche Reaktionen erfordern,  bekamen die Frauen statt eines allgemein gültiges Rezepts einen Rucksack mit verschiedenen „Hilfereich-könnte-sein-Angeboten“ mit auf den Weg, um sich künftig nicht von lauten Sprüchen einschüchtern zu lassen, sondern mutig Stellung beziehen zu können. Es ist wichtig, deutlich zu sagen „Das sehe  ich anders“ und sich zu trauen, andere Bilder zu setzen. (Christine Kucharski)