Häufig gestellte Fragen

  1. Was geschieht mit unserem Mitgliedsbeitrag?
  2. Wie wird der Umbau des Hauses der Frauenhilfe finanziert?
  3. Was tun wir für die Frauen vor Ort?
  4. Was bewegen wir politisch?
  5. Warum hat die Evangelische Frauenarbeit keinen Sitz mehr in der Landessynode?

Antworten auf die häufig genannten Fragen
finden Sie hier.

1. Was geschieht mit den Mitgliedsbeiträgen?

In unseren „Mitteilungen 2/2016“ sind auf Seite 17 die Einnahmen und Ausgaben für die Mitglieder- und Verbandsarbeit für das Jahr 2016 dargestellt.

Hier geht es einzig und allein um die Arbeit mit und für die Mitglieder des Vereins. Dazu finden Sie Anmerkungen in der Tabelle, z.B. dass die Mitgliedsbeiträge sinken, weil wir weniger werden. Wir alle kennen das Problem, die Mitglieder werden weniger und junge Frauen lassen sich nicht für die Verbandsarbeit begeistern, weil sie nicht verstehen, wie wichtig es ist, dass Frauen gemeinsam für ihre Anliegen eine Lobby bilden. Die Mitgliedsbeiträge gehen zu 100% in die Arbeit für die Mitglieder und machen insgesamt doch nur 20% der benötigten Mittel aus. Da die landeskirchlichen Zuschüsse zurückgehen, musste die Delegiertenversammlung die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge auf 1 Euro pro Monat für den Landesverband beschließen.

2. Der Umbau des Hauses der Frauenhilfe

hat nichts mit den Mitgliedsbeiträgen zu tun, das sind verschiedene „Töpfe“.  Die Frauenhilfe hat ja hier in Bonn und auf Spiekeroog Vermögen in Form von Häusern  (Haus der Frauenhilfe, Dünenklinik). All diese Immobilien zusammen sind unser „Vermögen“. Nach der Schließung der stationären Altenpflege im Haus der Frauenhilfe aus Brandschutzgründen haben wir überlegt, was wir damit machen  können, damit wir in Zukunft auch wieder Einnahmen aus dem Haus bekommen. Der Erlös aus einem Verkauf wäre innerhalb weniger Jahre aufgebraucht – deshalb werden aus den Räumlichkeiten insgesamt 62 barrierefreie Wohnungen für SeniorInnen gebaut, die vermietet werden.

Aus dem Gewinn der Vermietungen soll Geld in die Mitglieder- und Verbandsarbeit fließen, um diese auch in Zukunft zu stärken. Die Kredite für den Umbau kommen von der NRW-Bank und der KD-Bank, die die KfW-Mittel  (Förderbank für energetische Sanierung) vermittelt. Es gibt Investitionspläne über 20 Jahre, so weit haben wir in die Zukunft gerechnet (das haben Experten gemacht), um sicher zu sein, dass wir nicht ein Haus auf „Sand bauen“. 

Die Entscheidung, dass das Haus der Frauenhilfe umgebaut wird, hat die Delegiertenversammlung getroffen. Die Leitende Pfarrerin und der Verwaltungsrat hatten den Auftrag von der Delegiertenversammlung, ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln, wenn das möglich ist, und das Konzept vorzulegen. Das haben wir gemacht. Dann hat  die Delegiertenversammlung den Umbau beschlossen. Die Mitglieder der Delegiertenversammlung sind die Vertretung aller Mitglieder, aus jedem Kreisverband werden 2 Frauen entsandt, um über die Geschicke der Frauenhilfe zu entscheiden.

In dem umgebauten Haus werden in Zukunft auch weiterhin die Verwaltung und die Büros der Referentinnen, Veranstaltungsräumlichkeiten, sowie die Tagespflege für dementiell veränderte Menschen untergebracht sein. Unser Oasentag 2019, zu dem wieder alle Mitglieder eingeladen sind, findet dann in den neuen Räumen statt.

3. Was tun wir für die Frauen vor Ort? Eine berechtigte Frage.

Unsere drei Regionalreferentinnen organisieren vor allem Veranstaltungen in den Regionen und führen sie durch, zu denen alle Frauen eingeladen sind und die in den Mitteilungen und im Newsletter veröffentlicht werden, bzw. auf die durch besondere Werbeaktionen in den Gemeinden hingewiesen wird. Im letzten Jahr haben wir drei Frauenkirchentage in den Regionen Nord, Mitte und Süd organisiert, die sehr gut besucht waren. Wir haben in diesem Jahr das große Frauenreformationsfest in Köln gefeiert, bei dem Frau Dr. Käßmann zu Gast war (Vortrag ist auf unserer Homepage als Video zu sehen und zu hören), zu dem wir eingeladen haben. Wir führen die Weltgebetstags-Werkstätten und Studientage durch, es gibt Pilgerinnentage, Regionale Arbeitstagungen und Tagungen zu Advent und Weihnachten – die Informationen darüber stehen im Leiterinnenrundbrief, dessen Inhalt die Leiterinnen an die Mitglieder weitergeben sollen. Aber auch in den Mitteilungen steht immer etwas über Veranstaltungen.
Für das nächste Jahr planen wir wieder die Frauenkirchentage, das sind Feste der Begegnung mit Workshops, Gottesdiensten und vielen Gesprächen.

Da wir wissen, dass viele Frauen nicht mehr mobil genug sind, um zu unseren Veranstaltungen zu kommen, bieten wir für die Leiterinnen die Materialien, die ihnen helfen, die Stunden zu gestalten: die Andachten durchs Jahr, den Fundus mit Stundeneinheiten, Vorträgen etc., die Aktionstagsmappe immer zu einem von den Delegierten auf der Delegiertenversammlung bestimmten Thema und auch den Adventsgottesdienstentwurf. Dazu gibt es auch noch die Weltgebetstagsmappe, die bei der Vorbereitung des WGT hilft. Die „Mitteilungen“ verbindet die Frauen im ganzen Rheinland, man kann dort lesen, was in den anderen Regionen alles gemacht wird und die Themen, die wir auswählen, sollen immer einen aktuellen Bezug haben, wie jetzt (natürlich) zum Thema Reformation. Das alles wird von uns hier geschrieben und veröffentlicht.

Bei über 700 Gruppen ist es nicht möglich, in die Gruppen zu fahren. Die Referentinnen vertreten die Evangelische Frauenhilfe auch in kirchlichen Gremien und das ist alles sehr zeitintensiv.

4. Unser politisches Engagement hängt eng zusammen mit unserer diakonischen Arbeit.

Die Frauenhilfe war schon immer Trägerin von diakonischen Einrichtungen. Die Müttergenesung betreiben wir schon seit fast 100 Jahren. Jedes Jahr kommen in die Dünenklinik 600 Frauen mit ihren Kindern. Neben den vielfältigen Belastungen von Familie, Pflege und Beruf, haben einige Mütter schwere Krankheiten hinter sich oder haben ihren Ehemann verloren. Es kommen Frauen mit Gewalterfahrungen und tiefer Erschöpfung. Es kommen Mütter mit kranken oder behinderten Kindern. Mit unserer Arbeit dort unterstützen wir Familien konkret, damit ihr Leben als Familie, die Keimzelle unserer Gesellschaft, gelingen kann.

Damit wären wir dann bei unserem politischen Engagement und der Frage, wo wir uns überall einbringen. Ganz konkret haben wir in den letzten Jahren für die Mütterrente (alle, die nun Mütterrente beziehen, haben dies auch der Frauenhilfe und den anderen Frauenverbänden zu verdanken!) und für die Situation der Hebammen eingesetzt. Innerhalb des Vereins haben wir dafür jeweils ca. 5000 Unterschriften gesammelt und konnten so die Aktionen erfolgreich unterstützen. Das funktionierte aber nur, weil auch die anderen Frauenverbände (kirchlich und nicht-kirchlich) in Deutschland ebenfalls Unterschriften gesammelt haben und so der Druck auf die Politik ausgeübt wurde.
Wir haben mit den anderen kirchlichen Frauenverbänden, die den Weltgebetstag durchführen, Unterschriften für die „Damen in Weiß“ auf Kuba gesammelt, die jeden Sonntag gegen die willkürlichen Festnahmen und Gewalttätigkeiten der Regierung protestieren. Diese Unterschriften sind an die Regierung weitergeleitet worden, die politischen Einfluss nehmen kann. Es ist wichtig zu zeigen, dass die Weltöffentlichkeit die Ungerechtigkeit wahrnimmt.

Mit unserem Material zum Aktionstag „Plastik“ haben wir nicht nur in den Frauenhilfen Menschen in der rheinischen Kirche erreicht, sondern auch viele Gemeindemitglieder, die sich aktiv mit dem Thema „Umweltschutz“ auseinandersetzen.

Dabei ist es wichtig, dass wir mit den anderen Frauenverbänden in Deutschland vernetzt sind. Wir sind Mitglied im Deutschen Frauenrat, der gerade einen großen Wahlaufruf veröffentlicht hat, um die demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft zu stärken aber auch um die Wahrnehmung zu schärfen, was die Politik konkret für Frauen tut. WIR sind dabei, ein Mitglied unseres Verwaltungsrates ist unsere Vertreterin dort.

Wir sind Mitglied bei den Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), in dem die evangelischen Frauenverbände versammelt sind. EFiD hat z.B. einen alternativen Organspende-Ausweis entwickelt. Wir verbreiten ihn ebenfalls, halten in Kreisverbänden Vorträge und Seminare darüber und  bringen Thema auch mit unseren Ständen auf Kreiskirchentagen im Rheinland ins Gespräch (zuletzt auf dem großen Christusfest in Koblenz mit 15.000 Besucherinnen und Besuchern). Über die Zusammenschlüsse von Frauenverbänden können wir viel erreichen und unsere Stimme in die Gesellschaft einbringen.

Wir sind ebenfalls Mitglied im Evangelischen Fachverband für Frauengesundheit, dort sind wir verbunden mit allen evangelischen Mutter- und Mutter-Kind-Kliniken und den Beratungsstellen für die Kurvermittlung. Über diesen Fachverband nehmen wir Einfluss auf die Gesundheitspolitik. So wurden auf unsere Initiative hin die Begutachtungsrichtlinien für die Genehmigung von Mutter-Kind-Kuren verändert, so dass dies nun Pflichtleistung der  Krankenkassen ist. Zudem haben wir uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass nun auch pflegende Angehörige ein gesetzliches Anrecht auf eine Vorsorgemaßnahme in unseren Kliniken haben.

In unseren „Mitteilungen“ (Mitgliederzeitschrift), in  unserem Newsletter und in den Leiterinnenrundbriefen berichten wir von unseren Aktivitäten und unserer politischen Arbeit, ab dem nächsten Monat gibt es auch eine neue Homepage der Frauenhilfe, in der wir zügiger unsere Aktivitäten und Stellungnahmen veröffentlichen werden.

Die Vernetzung mit den anderen Frauenverbänden ist das A und O, um politische Einflussnahme zu gewinnen, die Frauenhilfe im Rheinland könnte das alleine nicht. So denkt man als einzelne Frau vor Ort, was habe ich denn damit zu tun und wie kann ich Einfluss nehmen? Die Antwort: Werden Sie Mitglied in einem Frauenverband! Nur gemeinsam können wir etwas ändern.
Und es ändert sich ja was! Und so gestalten wir mit!

5. Warum hat die Evangelische Frauenarbeit keinen Sitz mehr in der Landessynode?

Die Kirchenleitung hat 2016 den Sitz einer Beauftragten für die evangelische Frauenarbeit auf der Landessynode gestrichen mit der Begründung, dass die Frauenarbeit in der kommenden Wahlperiode vermutlich kein Thema von Bedeutung sein wird. Wir haben in einem Schreiben unsere Position deutlich gemacht. Wir finden es vermessen zu behaupten, dass die Frauenarbeit für die Evangelische Kirche im Rheinland in der kommenden Wahlperiode keine Bedeutung hat, wenn nur 36% aller Synodalen Frauen sind, aber 70% der ehrenamtlich Tätigen Frauen sind. Wir möchten uns damit nicht zufriedengeben und auch in Zukunft die Perspektive der Frauen in die landeskirchliche Arbeit einbringen. Die 57 Thesen der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland, die auf unserem Frauenreformationsfest entstanden sind können auch von Ihnen vor Ort und im Kirchenkreis lebhaft und laut diskutiert werden!